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„Ich habe es irgendwie nie bis zum Wolf geschafft"

„Ich habe es irgendwie nie bis zum Wolf geschafft"
21.07.2011
Hörbuchsprecher Max Felder im Interview
Der Schauspieler und Hörbuchsprecher Max Felder leiht Sam seine Stimme in " Nach dem Sommer " und " Ruht das Licht ". Im Interview verrät Max Felder unter anderem, wie ihm Maggie Stiefvater s Romane gefallen und wie er sich auf Hörbuchaufnahmen vorbereitet.

Sie sind der Hörbuchsprecher von Sam in "Nach dem Sommer" und "Ruht das Licht". Haben Ihnen die Romane gefallen?
Da ich sowieso gerne lese und auch das Vampir,-und Werwolfgenre sehr mag, haben mir die Bücher gut gefallen. Die frische Art zu Schreiben und Liebe zum Detail haben die Bücher sehr lebendig gemacht.

Können Sie sich mit Sam identifizieren?
Nun ja, nicht ganz. Ich hatte eine ganz andere Kindheit, meine Eltern haben zum Glück nicht versucht, mich umzubringen ;) Und dann habe ich es irgendwie nie bis zum Wolf geschafft, obwohl die Wintermonate in München auch verdammt kalt sein können...Aber ich teile die bedingungslose Fürsorge für FreundInnen mit Sam.

Wie bereiten Sie sich für die Hörbuchaufnahmen vor?
Zuerst einmal lese ich mir völlig unabhängig von jeglichem Vorwissen in Bezug auf die Arbeit das Buch durch. So weiß ich, um was es in der ganzen Geschichte geht. Ich gewinne einen Eindruck, was für einen Charakter die einzelnen Personen haben und wie sie zueinander stehen. Danach fange ich an, mir Gedanken zu meiner Person (in diesem Fall Sam) zu machen. Ich versuche seine Geschichte und Gefühle nachzuempfinden, um ihn besser zu verstehen. Anschließend mache ich mir Gedanken darüber, wie ich die Rolle, aber auch die anderen Figuren stimmlich anlege. Je nachdem, was für Verhaltenszüge für sie charakteristisch sind. Dann muss ich nur noch meine Seiten sortieren und mich auf den Weg ins Studio machen.

Im September 2011 werden Sie zusammen mit Maggie Stiefvater auf Lesereise gehen und die Texte live vor Publikum vortragen. Freuen Sie sich auf die Begegnung mit der Autorin und ihrer bzw. Ihren Fans?
Ich freue mich schon sehr darauf. Zum zweiten "Twilight" Buch habe ich eine solche Lesereise schon mal gehabt und war absolut begeistert. Es ist ein völlig anderes und neues Gefühl, vor live Publikum zu lesen, als in einem Studio. Man spürt die Atmosphäre viel deutlicher und bekommt sofort Feedback der Anwesenden. Insofern freue ich mich natürlich riesig auf die Zuhörer und Fans, denn es ist auch für mich jedes Mal etwas ganz Besonderes, Menschen zu treffen und kennen zu lernen, die diese Arbeit schätzen und erleben möchten. Letztes Jahr war Annina Braunmiller mit der Autorin Maggie Stiefvater auf Lesereise und hat sehr geschwärmt. Dieses Jahr kann ich mich selbst überzeugen und freue mich schon sehr, die "Schöpferin" persönlich kennen zu lernen.

Auch die "Nach dem Sommer"-Fans auf Facebook haben Fragen an Sie. Brina Cullen möchte wissen, ob es eine Romanfigur gibt, der Sie gerne Ihre Stimme leihen möchten.
Es gäbe eine Figur, der ich sehr gerne mal Leben einhauchen würde: "Krabat". Eine meiner Lieblingsgeschichten als Kind. Oder aber auch Tom Collins in "Prinz Faisals Ring". Sehr empfehlenswertes Buch!

Sie sind nicht nur Hörbuch- und Synchronsprecher, sondern auch Schauspieler. Kristina Eckert fragt sich daher, wie sich die Arbeit für ein Hörbuch von der für einen Film unterscheidet?
Man kann fast sagen, dass die Vorbereitung für mich die Gleiche ist. Man muss seine Figur, aber auch die anderen sehr gut kennen und verstehen. Jedoch kann ich für ein Hörbuch oder beim Synchron nur meine Stimme benutzen. Mir fehlt sozusagen das Ausdrucksmittel des Körpers und des Gesichtes, sprich Mimik. Diese muss ich nur durch meine Stimme herstellen. Und ich kann natürlich bei einem Hörbuch ablesen, was beim Synchron und Schauspielern völlig unmöglich ist.

Außerdem interessiert es Simone Schaller, ob Sie es schwieriger finden, bei einem Hörbuch die Stimmungen und Gefühle nur über die Stimme auszudrücken im Gegensatz zum Film, wo auch Mimik und Gestik genutzt werden können.
Das kann man nicht ganz so leicht vergleichen. Auf den ersten Blick würde man sagen, die Schauspielerei ist leichter. Jedoch kommen da noch solche Faktoren hinzu wie: Das komplette Filmteam, das einem zusieht (auch wenn man gerade weinen muss, oder eine Kussszene hat ;) ), das Auswendiglernen, die Abhängigkeit der Kollegen,... Beim Hörbuch ist man komplett auf sich gestellt. Man muss für sich und die Hörer die Geschichte spannend und ausdrucksvoll lesen und darf dabei nicht nachlassen. Dies erfordert eine ungeheure Menge an Konzentration und Wasser ;) Man hat beim Hörbuch im Vergleich zum Film mehrere Charaktere im Kopf, da man diese auch stimmlich unterschiedlich darstellt.
Es ist als nicht ganz leicht zu sagen, was mehr Spaß macht, oder was schwieriger ist. Jedoch kann ich für meinen Teil sagen, ich liebe beides!!!

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Nach dem Sommer Maggie Stiefvater
Nach dem Sommer
Hardcover
18,90 € (D)
ISBN 978-3-8390-0108-0

Ruht das Licht Maggie Stiefvater
Ruht das Licht
Hardcover
18,90 € (D)
ISBN 978-3-8390-0118-9